Unterstützung von Menschen auf der Flucht im moldauisch-ukrainischen Grenzgebiet

Rîșcova, Republik Moldau

Die Republik Moldau liegt im Süden der Ukraine und gilt als eines der ärmsten Länder Europas. Seit Kriegsausbruch kommen dort vermehrt Flüchtende an. In den ersten Tagen waren dies vor allem Menschen mit ausreichend Mitteln, um zu Verwandten/Bekannten in anderen Teilen Europas weiterzureisen. Mittlerweile kommen die Flüchtenden, hauptsächlich Frauen und Kinder, zu Fuß – sie wollten eigentlich in der Ukraine ausharren und haben ihre Wohnungen nur ungern zurückgelassen.

Unsere Partner von EcoVisio haben schnell gehandelt und gleich zu Beginn des Krieges 40-50 Geflüchtete in ihrem Bildungszentrum in Rîșcova (Republik Moldau) aufgenommen. Eine ähnliche Zahl von Personen wurde gleichzeitig von der Dorfgemeinschaft privat aufgenommen.

Diese und weitere ankommende Geflüchtete benötigen nun menschenwürdige Unterkünfte, in denen sie vorerst bleiben können. Insbesondere Kinder und Jugendlichen brauchen ein Zuhause und sollen möglichst kurz in großen Massenunterkünften untergebracht sein.

Daher bereiten die Freiwilligen vor Ort mit unserer Unterstützung in mehreren Dörfern Unterkünfte für geflüchtete Familien vor. Dabei werden leerstehende Häuser schnellstmöglich renoviert und möbliert, um dort weitere Familien unterzubringen.

Julian Gröger von EcoVisio hat hier in einem Interview mit der Heinrich-Böll-Stiftung die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Republik Moldau analysiert und zusammengefasst.

Aus Erfahrung wissen wir: Bedarfe können sich in Krisensituationen sehr schnell ändern. Deshalb bleiben wir in der Zusammenarbeit mit unseren bestehenden Partner*innen flexibel, um deren Arbeit bestmöglichst unterstützen können und nutzen unser Netzwerk in Osteuropa um weitere Partner*innen zu finden.

Alle Organisationen, mit denen wir arbeiten, sind unabhängig von Regierung und Behörden und fußen auf freiwilligem Engagement. Sie setzen sich zudem für alle Flüchtenden aus der Ukraine ein, unabhängig von deren Nationalität.

Neues aus dem Projekt

Update (05.04.2022): EcoVisio arbeitet daran leeerstehende Häuser in sechs moldauischen Dörfern für Menschen aus der Ukraine bezugsfertig zu machen. In Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft wird so z.B. in Cociulia ein verlassenes Schulgebäude wieder hergerichtet, um als Aufnahmeort und Gemeindezentrum zu dienen. In Volintiri, an der ukrainisch-moldauischen Grenze, werden durchreisende Flüchtende versorgt. Im Umweltzentrum von Ecovisio in Rîșcova werden zurzeit ca. 30 Geflüchtete beherbergt und ein Kindergarten aufgebaut.