Unterstützung von Menschen auf der Durchreise und von Binnenvertriebenen

Czernowitz, Ukraine

Die Lage in der Ukraine ist nach dem Angriff Russlands unübersichtlich. In dem Land mit 44 Millionen Einwohner*innen sind Millionen Menschen auf der Flucht. Viele versuchen, sich im Ausland in Sicherheit zu bringen oder suchen dort Freund*innen und Verwandte auf. Männer zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das Land nicht verlassen. Viele Menschen sorgen sich zudem, ihre Häuser oder Wohnungen zurückzulassen.

Aufgrund der geographischen Lage führen viele der Fluchtrouten nach Westen. Die Regionalhauptstadt Czernowitz im Südwesten stellt einen wichtigen Transitpunkt dar. Zudem kommen dort auch Binnenvertriebene unter.

Unser Partner vor Ort, die Ukrainisch-Deutschen Kulturgesellschaft Czernowitz, organisiert Sachspenden und Hilfsgüter für durchreisende Menschen, die vor Ort oder am nächstgelegenen Grenzübergang zu Rumänien bereitgestellt werden. Schwerpunktmäßig werden von den Spenden derzeit Medikamente, Lebensmittel, Babynahrung und Hygieneartikel beschafft. Darüber hinaus stellen sie Informationen für deutsche Medien bereit und beraten Flüchtende über Möglichkeiten der Aus- und Weiterreise.

„Es sind schon viele Menschen in Czernowitz angekommen. Die Solidarität und der Zusammenhalt sind groß. Viele Einwohner*innen sind zusammengerückt, um Platz für Geflüchtete zu schaffen. Es gibt Notunterkünfte in den Studentenwohnheimen, in Schulen und Turnhallen, überall, wo es sich einrichten lässt. Viele Menschen spenden Lebensmittel und die notwendigsten Gebrauchs- und Hygieneartikel, obwohl sie selbst nicht so viel zur Verfügung haben. Auch aus Rumänien erreichen uns viele Hilfsgüter“, sagt Oxana von der Ukrainisch-Deutschen Kulturgesellschaft Czernowitz. Für die Süddeutsche Zeitung berichtet Oxana in tagebuchähnlichen Einträgen von ihren Erfahrungen. Hier können Einblicke in ihren aktuellen „Alltag“ und die Koordinierung der Hilfsleistungen gewonnen werden.

Die über Schüler Helfen Leben bereitgestellten Spenden werden gezielt für die Versorgung von flüchtenden Kindern in Czernowitz und Umgebung eingesetzt. Der offiziellen Statistik zufolge sollen sich bereits ca. 12.000 Kinder und Jugendliche auf der Flucht mit ihren Familien dort aufhalten.

Aus Erfahrung wissen wir: Bedarfe können sich in Krisensituationen sehr schnell ändern. Deshalb bleiben wir in der Zusammenarbeit mit unseren bestehenden Partner*innen flexibel, um deren Arbeit bestmöglichst unterstützen können und nutzen unser Netzwerk in Osteuropa um weitere Partner*innen zu finden.

Alle Organisationen, mit denen wir arbeiten, sind unabhängig von Regierung und Behörden und fußen auf freiwilligem Engagement. Sie setzen sich zudem für alle Flüchtenden aus der Ukraine ein, unabhängig von deren Nationalität.

Neues aus dem Projekt

Update (05.04.2022): Unsere Partnerorganisation nimmt Transporte mit humanitären Gütern an der rumänisch-ukrainischen Grenze entgegen und verteilt diese in Czernowitz und umliegenden Gemeinden an Notunterkünfte und Einzelpersonen. Mit den letzten Transporten wurden vor allem Medikamente, Lebensmittel, Trinkwasser, Kleidung und Bedarfsgegenstände für Kinder geliefert. In den Studierendenwohnheimen der lokalen Universität wurden Notunterkünfte eingerichtet. Dafür wurden von den Spenden auch Waschmaschinen und Kochplatten angeschafft. Außerdem unterstützt die Organisation Evakuierungsaktionen der lokalen Bevölkerung.

Tagesschau-Beitrag zur Lage in Czernowitz vom 12.03.2022